Vielen ist der Begriff Mantrailing unbekannt, gesehen haben es vermutlich aber schon viele im TV: die Zielpersonensuche unter Einsatz von Personenspürhunden bei der Polizei.

Der Hund als Nasentier gehört zu den sogenannten Makrosmatikern und zählt somit zu den Tieren, in deren Leben der Geruchssinn eine übergeordnete Rolle spielt. Aber wie geht das? Der Hund ist mit seinem gesamten Riechorgan darauf ausgelegt, Gerüche aufzunehmen und zu verarbeiten. Im Gegensatz zum Menschen verfügt ein Hund über ein etwa fünf mal so großes Geruchsorgan mit weitaus mehr Riechzellen als der Mensch. Wir Menschen verfügen über etwa 5 Millionen Riechzellen, der Hund je nach Rasse zwischen 125 Millionen (Dackel) und 220 Millionen (Schäferhund).

Zudem sind Hunde in der Lage, beim intensiven Schnüffeln bis zu 300 Mal in einer Minute einzuatmen und ihr Geruchsorgan mit neuen Duftpartikeln zu versorgen. Diese werden im Gehirn des Hundes verarbeitet, wobei der Hund Richtungswechsel unterscheiden kann. Er ist also tatsächlich in der Lage, „räumlich“ zu riechen und diese Tatsache machen wir uns beim Mantrailing zu Nutze.

Die Zielperson versteckt sich, nachdem der Hund Gelegenheit hatte, den Individualgeruch der zu findenden Person aufzunehmen. Beim Mantrailing arbeiten wir immer im Dreier-Team: Die Zielperson, der oder die Hundeführer*in und eine weitere Person, welche für Sicherheit beim Verfolgen der Duftspur sorgt, damit das Mensch-Hund-Team nicht beispielsweise über eine rote Ampel läuft. Sicherheit geht immer vor, darauf lege ich gerade im Mantrailing großen Wert. Die Gruppe folgt dieser Dreierkonstellation mit ihren Hunden im gebührenden Abstand, bis die Zielperson gefunden ist.

Getrailed werden kann auf jedem Untergrund. Hier gilt: je weicher der Untergrund, desto einfacher für den Hund, die Spur zu finden. Mantrailing ist wetterunabhängig, wobei starker Regen die Duftspur schnell auswaschen kann und es so schwieriger wird, die Spur zu finden. Ab 30° Grad findet kein Mantrailing statt, da Hunde durch die schnelle Atmung beim Mantrailen sonst schnell kollabieren können.

Mantrailing fördert die Bindung zwischen Mensch und Hund, da gemeinsam als Team etwas erreicht wird. Diese Beschäftigungsart schult das Vertrauen des Menschen in den Hund und stärkt so die Beziehung. Zudem kann das Selbstvertrauen eines Hundes gut durch Erfolgserlebnisse aufgebaut werden. Mantrailing ist also eine ausgezeichnete Beschäftigung, um den eigenen Hund unabhängig von der Rasse gut auszulasten.

Kosten: 25 Euro pro Termin, 20 Euro beim Kauf einer 5er Karte (insgesamt 100 Euro)

Beschäftigungsangebot mit maximal vier Hunden

Anmeldung unter wuff@sezens.de oder telefonisch unter 0176 24 52 96 63